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Rubrik Kunst und Kultur

Kunst & Kultur

Räume, Seecontainer und Kulturarbeit

Drittes Kulturforum des Stadtbezirks Ehrenfeld
11.2008 - Zum 3. Ehrenfelder Kulturforum hatte der Bezirksbürgermeister diesmal auf das Gelände des ehemaligen Ehrenfelder Güterbahnhofs geladen. JACK IN THE BOX, der "Verein für Entwicklung innovativer Modelle der Beschäftigungsförderung" war Gastgeber und Location der Veranstaltung. Im "Gravitationsraum", dem Veranstaltungsraum im Kellergeschoß der ehemaligen Werkhallen wurden die Gäste des Forums empfangen.
JACK IN THE BOX ist ein gemeinnütziger Verein, gegründet im April 2006, der als Dienstleister der ARGE inzwischen über 40 Langzeitarbeitslose betreut und beschäftigt. Im Rahmen dieser Arbeit bietet Jack in the Box ein ganzes Spektrum von Leistungen an, das von der persönlichen und beruflichen Beratung, der integrativen Begleitung über die ressourcenorientierte Beschäftigung, Förderung und Qualifizierung bis hin zur Unterstützung und Hilfe bei der Stellensuche reicht. Angefangen hat das Projekt mit dem Um- und Ausbau von Seecontainern. In der Selbstdarstellung schreibt Jack in the Box, das sie "die ausgedienten Transportmittel des globalen Warenverkehrs in eine kostengünstige, mobile, flexibel und temporär nutzbare als auch modular erweiterbare Architektur im Dienst einer ökologisch, sozial, kulturell und ökonomisch nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung" verwandeln.
Neben den Seecontainer und ARGE-Projekten ist ein zweiter Schwerpunkt des Vereins die Brücke zur Kultur zu schlagen.
 
Bevor Martin Schmittseifer und Elmar Schmitz den Verein dem Forum vorstellten, begrüße der Bezirksbürgermeister Josef Wirges die Gäste und betonte die Bedeutung von Projekten wie diesem. In seiner kurzen Ansprache betonte er die Bedeutung von Jack in the Box als Projekt von und für Kreativ- und Kulturschaffende. Wirges erwähnte in diesem Zusammenhang auch die zukünftige Entwicklung des Geländes des ehemaligen Güterbahnhofes an und sprach sich deutlich gegen im Hintergrund schon entstehende Pläne für eine Nutzung des Geländes für den Einzelhandel aus. Hier seien sich alle im Bezirk vertretenen (demokratischen) Fraktionen einig, dass man sich die Chance nicht aus der Hand nehmen lassen dürfe, hier in Ehrenfeld Raum für Wohnen und (Kultur-)Arbeit zu erhalten und auszubauen.
Angespielt wurde auf Pläne "eines zur Zeit noch in Braunsfeld ansässigen Möbelhauses", das Gelände von der DB Immobilien, bzw. -tochter, zu kaufen um dort gemeinsam mit Investoren diverse Gewerberäume zu entwickeln. Gegen dieses großflächige Gewerbeprojekt hat sich inzwischen auch die Ehrenfelder Bezirksvertretung einstimmig ausgesprochen und der jetzige Eigentümer steht Konzepten, die Wohnraum und Raum für kreatives Arbeiten verbinden wollen durchaus wohlgesonnen gegenüber.
In einer äußerst umfangreichen Präsentation führte uns Elmar Schmitz durch die zahlreichen Veranstaltungen, die in den Räumen und Container von Jack in the Box stattfanden und auch weiterhin regelmäßig stattfinden werden. Nun hier alle vorgestellten Events zu nennen, würde den Rahmen ein wenig sprengen und kann besser auf der Website koelnerbox.de nachgelesen werden. Nur einige wenige Beispiele seien hier genannt: Lesung "Die Nacht der lesenden Toten", Teilnahme mit Containern an den "Passagen 2008", Lesereihe Container Poetry Performance "Stilvoll scheitern", "Industrial Wastland 2008" im Rahmen der ArtCologne, Abschlußfest des Karneval Global "Tanz der Welten", Beteiligung bei ÖkoRausch, ArtFair, Ehrenfeld-Hopping und vieles andere mehr.
 
Das Stichwort der "Räume für Kultur" wurde auch von einem weiteren Gastredner des Forums aufgegriffen. Der Kulturamtsleiter der Stadt Köln, Dr. Konrad Schmidt-Werthern formulierte zwei wichtige Schwerpunkte der öffentlichen Kulturförderung: Die Schaffung von Kunsträumen auf der einen, und die Schaffung von künstlerischen Freiräumen auf der anderen Seite. Die Verteidigung von Räumen, die sich in den Händen der Kunst befänden, sieht Schmidt-Werthern als eine der zentralen Aufgaben des Kulturamtes. Diese Räume selbst zu finden und zu schaffen, könne allerdings nicht Aufgabe des Amtes sein, hierfür seien die Kulturschaffenden selber als Scouts verantwortlich.Ausdrücklich lobte er den Stadtteil Ehrenfeld, in dem er seit seiner bisher einjährigen Tätigkeit als Amtsleiter des Kulturamtes sehr viel, und vor allem vielfältige Kultur erlebt hat. An Ehrenfeld käme man in Köln nicht vorbei!
 
Musikalisch umrahmt wurde das Ehrenfelder Kulturforum von der in Berlin lebenden klassischen Gitarristin Nora Buschmann, dass mit lecker Kölsch und einem Buffet noch viel Zeit und Raum für Gespräche lieferte.
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