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Rubrik Kunst und Kultur

Kunst & Kultur

Kulturbunker in Ehrenfeld

Neueröffnung mit der Ausstellung "60 Jahre Sieg"
Mai 2007 - Der dicke Betonklotz fällt auf, wenn man in Ehrenfeld durch die Körnerstraße kommt. An diesem Ort stand bis 1938 eine jüdische Synagoge und Schule. Ohne nennenswerten Widerstand oder Protest wurde die Synagoge in der Progromnacht zerstört. An dessen Stelle bauten die Nazis den Hochbunker, der auch nach dem Krieg und bis heute für Zivilschutzmaßnahmen genutzt wird.
Heute werden aber nicht nur Gerät und Ausrüstung der Feuerwehr dort gelagert, sondern es wird auch Kunst geboten. Wie schon vor knapp 20 Jahren, als der Bunker vom Verein "Gestaltwechsel" für eine erste Ausstellung genutzt wurde. Als Reaktion auf Naziparolen am Bunker wurde die Ausstellung "Ich habe Anne Frank ermordet" an diesen geschichtsträchtigen Ort geholt. Am 1. September 1989 konnte mit einem acht Meter langen Scherenschnitt von Felix Droese die erste Ausstellung eröffnet werden.
 
Andere engagierten sich ebenfalls und so wurde der Bunker neben einem politischen Kunstraum auch eine Gedenkstätte gegen das Progrom an den jüdischen Mitbürgern, gegen Gewalt und Rassismus.
 
Aus bautechnischen Gründen musste der Hochbunker als Ausstellungsfläche geschlossen und umfangreich saniert werden. Nun konnte er im Rahmen der Vernissage der Ausstellung "60 Jahre Sieg" wieder eröffnet werden.
Neben der Künstlerin Marina Naprushkina, Menschen aus der Kölner und Ehrenfelder Kunstszene waren auch viele "Offizielle" zur Eröffnung gekommen. Neben dem Bezirksbürgermeister Josef Wirges, waren auch Bürgermeisterin Elfie Scho Antwerpes, Bürgermeister Josef Müller, sowie Vertreter aus Kulturausschuss und Stadt- bzw. Bezirksvertretung anwesend.
Sieg über den Faschismus
Bis heute wird in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion der Sieg der Roten Armee über Nazideutschland gefeiert, wobei die Bilder der Gedenkfeiern und Heldenverehrungen vielleicht uns vielleicht grotesk und als plumpe Propaganda erscheinen.
Genau dies sind die Themen der Arbeit von Marina Naprushkina. Die Propaganda "früher und heute", die unterschiedliche Sichtweise "hier und dort": Gezeigt werden Bilder und Plakate, Texte, Video- und Audiodokumente aus der UDSSR und aus dem heutigen Weißrußland. Der Beitrag "Minsk, Stadt als Held" vergleicht Ausschnitte aus dem heutigen Leben von Veteranen mit dem Propagandamaterial aus der Sowjetzeit.
Ort Politischer Kultur
In Abstimmung mit dem Kulturarbeitskreis der Bezirksvertretung und dem Kunstverein Kultur Köln 30 sollen auch in Zukunft Ausstellungen mit politischem - historischem oder aktuellem - Anspruch im Hochbunker stattfinden.
Info
Marina Naprushkina, "60 Jahre Sieg"
Hochbunker, Köln-Ehrenfeld
Körnerstrasse 101
4. Mai bis 3. Juni 2007

 
Öffnungszeiten: Fr.: 16:00-20:00 Uhr
Sa. und So.: 14:00-18:0
A n z e i g e
 
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