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Uns erreichte die im folgenden dokumentierte Pressemitteilung des Arkadas-Theaters. Als wichtiges Freies Theater-Projekt in der Kölner Kulturszene unterstützen wir die Arbeit des Arkadas-Theaters und fordern die Stadt Köln auf, die Förderung fortzusetzen. go2koeln.de |
Kunst & Kultur |
September 2006, die Situation ist zwar noch kritisch, aber eine Perspektive ist wieder in Sicht. Weitere Infos hier |
Arkadas-Theater vor dem Aus?
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| Pressemitteilung, 05/2006-
Nach zwei Jahrzehnten der integrationsfördernden Kulturarbeit ist das Arkadas-Theater, eines der bundesweit ersten Migrantentheater, nun von der endgültigen Schließung bedroht, da die Basisförderung von Seiten des Kulturamtes zum 31.8 ersatzlos gestrichen werden soll.
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Das Arkadas-Theater wurde 1986 als eines der ersten Migranten-Theater Deutschlands überhaupt - und das erste in NRW - gegründet. Die Zielsetzung der Initiatoren - eine Gruppe türkischstämmiger Theaterbegeisterter um den Lehrer Necati Sahin - war von Anfang an eine integrative: man wollte gleichzeitig das kulturelle Erbe der Türkei weiterführen, aber auch unter den veränderten Lebensbedingungen in Deutschland neue Formen und Inhalte entwickeln (so entstand etwa das "Putzfrauenkabarett"). Von Anfang an wollte man - neben den in den Achtzigern massiv nachgezogenen türkischen Exil-Intellektuellen - auch die erste "Gastarbeiter"-Generation als Kernpublikum gewinnen. Deutschsprachige Produktionen interessierten zunehmend auch das deutsche Publikum für die anfangs ungewohnten Themen, und bis Mitte der Neunziger entwickelte sich das Arkadas-Theater vor allem über Tourneen und Gastspiele zu einer bundesweit anerkannten Institution. Der bleibende Erfolg ermöglichte vor zehn Jahren die Ansiedlung an einer festen Spielstätte, dem vormaligen URANIA-Theater in der Platenstrasse, wo das Arkadas-Theater (bis 2002 unabhängig von Zuschüssen!!) seither sein Programm abspielt. Neben Übertragungen türkischer Theaterklassiker, Gastspielen internationaler Ensembles und der integrationsvorbereitenden Arbeit des Kinder- und Jugendtheaters sind dies u. a.: Konzerte, Comedy und Kabarett, Puppentheater, Märchen- und Tanztheater. Dabei fanden Inszenierungen und Aufführungen in Russisch, Persisch, Kurdisch, Griechisch, Spanisch, Suaheli und in weiteren Sprachen statt. Aus dem Ensemble des Arkadas-Theaters ist eine umfangreiche Bühnen- und Fernseh-Prominenz hervorgegangen.
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| Nicht einmal am Tropf: Die aktuelle Situation |
Nach zwei Jahrzehnten der integrationsfördernden Kulturarbeit ist das Arkadas-Theater, eines der bundesweit ersten Migrantentheater, nun von der endgültigen Schließung bedroht, da die Basisförderung von Seiten des Kulturamtes zum 31.8 ersatzlos gestrichen werden soll. Um eine in ihrer Zielsetzung und Funktion einmalige Spielstätte zu erhalten, wurden bereits vor Beschlussfassung der Streichung einschneidende Umstrukturierungsmaßnahmen ergriffen:
Um die Bühne dem gesellschaftlichen Transformationsprozessen des 21. Jahrhunderts anzupassen, wurde der in 2004 gegründeten Bühne der Kulturen verstärkte "Richtlinienkompetenz" zugesprochen; das Arkadas-Theater ist nunmehr nur noch Teil eines Spielbetriebes, der gemäss oben formulierten Themen neu konzipiert und strukturiert werden soll. Seit November 2005 hat die Theatermanagerin Lale Konuk die Leitung der Bühne der Kulturen / Arkadas-Theater inne. Ihre Aufgabe ist eine dreifache: neben der Einbindung und Verpflichtung neuer Gruppen, um einen hochwertigen Spielbetrieb zu gewährleisten, steht die Sicherung der überlebensnotwendigen Finanzierung.
Um schließlich die Räumlichkeiten des Arkadas-Theaters wieder zu einem attraktiven Ort zu machen, an dem - vor dem Hintergrund aktuellster Phänomene wie Einwanderung, Integration, Globalisierung etc. - ein neuer Kulturbegriff geschmiedet werden kann, wird auch der Durchführung internationaler Produktionen, insbesondere mit den neuen EU-Mitgliedsstaaten Osteuropas - hohe Priorität eingeräumt.
Viele dieser Ende 2005 schriftlich fixierten Zielsetzungen spiegeln aktuell von Institutionen des Landes und der Stadt formulierten Anliegen wider, beispielsweise betont ein im April `06 verfasstes Richtlinien-Paper der Stadt Köln die Förderung eines "Dialoges der Kunst und Kultur von MigrantInnen und NichtmigrantInnen", oder auch das Bemühen, "verschiedene Kulturkreise in einen künstlerischen Dialog" zu bringen... Auch die gewünschte "kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund" gehört seit jeher zu den zentralen Aufgaben des Hauses (zitiert nach: Rathaus Nr.174, 04/06)
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| Alles für die Katz? |
Trotz der umfassenden strukturellen und inhaltlichen Reformen der neuen Geschäftsführung ist indes alles andere als gesichert, dass es das Haus bis ins nächste Jahr schaffen wird: Nachdem die Stadt Köln anfänglich eine Übernahme der Betriebskosten signalisierte, sieht sie sich im Moment noch nicht einmal in der Lage eine Mietfortzahlung bis Ende des Haushaltsjahres zu leisten, was eine Schließung der Theater in greifbare Nähe rücken lässt. Seit Ende 2005 gibt es keine Gehälter, arbeitet die in Vollzeit beschäftigte Geschäftsführerin ehrenamtlich, sind auch die Mitarbeiter und Techniker überwiegend ehrenamtlich oder auf Ein-Euro-Job- Basis tätig. Nach wie vor ist schleierhaft, wer langfristig für die laufenden Jahresbetriebskosten aufkommen soll. Ohne eine umfassende institutionelle Förderung seitens der Kommune sind alle weiteren Projekt-Fördermittel und Aufführungszuschüsse durch die zuständigen Kulturstiftungen sinnlos.
Dennoch ist es dem neuen Team dank hoher Motivation und Kompetenz gelungen, ein Konzept umzusetzen, das über die Minimal-Anforderungen eines durchschnittlichen Theaterbetriebes hinausreicht: Hinsichtlich kultureller Vielfalt, transnationalem Anspruch und kreativer Innovationskraft kann es auch im bundesweiten Diskurs als richtungsweisend bezeichnet werden. (Spielplan: www.arkadastheater.de)
In der aktuellen Debatte um Einwanderungsgesellschaft und Integration kommt dem Arkadas Theater, das in einem Stadtbezirk mit dem zweithöchsten Ausländeranteil Kölns (20%) verwurzelt ist, eine zusätzliche Symbolfunktion zu.
Anzumerken bleibt noch, dass das Arkadas sich die Miete des sehr großen Gebäudes in der Platenstrasse 36 mit einer Kindertagesstätte teilt. Eine Schließung des Theaters würde auch die Betreuung von 35 Kindern, sowie die Arbeitsplätze von 5 Erziehern indirekt gefährden.
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| Infos |
Lale Konuk, Geschäftsführerin
Bühne der Kulturen/Arkadas-Theater
Platenstr. 32
50825 Köln
0221 / 9559511
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