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Nicht für den Weihnachtsmann heizen

Der Gasverbrauch lässt sich einfach senken

big-online, Dez 03 - Die Weihnachtszeit ist am schönsten, wenn es draußen kalt ist und im Inneren mollig warm. Doch häufig laufen Heizungsanlagen auf zu hohen Touren, was zu einer großen Energie- und Geldverschwendung führt. Der big-Energieexperte Stefan Leiser berichtet über das Problem und gibt Tipps zur Abhilfe.
Als ich mich mit der Heizungsanlage unseres Neubaus beschäftigt habe stellte ich fest, dass das Gas-Brennwertgerät eine viel zu hohe Leistung hat. Die Leistung wird nicht einmal benötigt, wenn es draußen -15 Grad kalt ist. Stellen Sie sich ein Auto vor, das nur mit Vollgas fahren kann. Sie könnten die Handbremse anlegen oder den Motor ständig ein- und ausschalten. Für den Spritverbrauch ist es besser, einen Motor zu haben, mit dem man auch langsam fahren kann. So muss der Heizungsbauer nun das überdimensionierte Heizgerät gegen ein kleineres austauschen. Dann kann der Brenner auch schon in der Übergangszeit durchlaufen, das ist sparsamer als das dauernde An und Aus. Es handelt sich übrigens nicht um einen Einzelfall. Überdimensionierte Geräte sind leider eher die Regel statt die Ausnahme.
Heizkurve optimieren
In der Regel kann der Gas- oder Ölverbrauch auch bei richtig ausgelegtem Brenner reduziert werden, weil die meisten Heizungsanlagen nicht optimal eingestellt sind. So gehört der sogenannte hydraulische Abgleich zwar zum Pflichtprogramm eines Heizungsbauers, allerdings wird er in der Praxis selten vorgenommen. Dann werden manche Heizkörper zu heiß, während andere lauwarm bleiben. Die Heizungspumpe verbraucht unnötig viel Strom bei ihrem Versuch, auch den lauwarmen Heizkörper mit ausreichend Wasser zu versorgen.
 
Ist der Abgleich der Heizkörper erfolgt, kann man die Heizkurve optimieren. Sie steuert die Temperatur des Heizwassers. Leider werden die Einstellungen meist auf den Standardwerten belassen. Damit wird das Haus zwar warm, aber die unnötigen Reserven verbrauchen zusätzlichen Brennstoff. Bei optimaler Einstellung wird das Heizwasser genau auf die Temperatur gebracht, die zur Deckung des Wärmebedarfs erforderlich ist.
Richtig lüften
Um den Gasverbrauch weiter zu reduzieren, muss man sich fragen, wo die Wärme eigentlich bleibt, die von der Heizung bereitgestellt wird. Anleitungen zum "richtigen Lüften" kennt jeder. Darin steht zum Beispiel "eine kurze Stoßlüftung ist besser als langes Dauerlüften". Aber Hand aufs Herz: wer beherrscht das richtige Lüften? Es wird sowohl zu viel gelüftet (Fenster bleiben viel zu lange offen stehen, weil sie vergessen wurden) als auch zu wenig (schließlich wird das Zimmer beim Lüften kalt). Und beides ist problematisch: wird zu viel gelüftet, geht wertvolle Heizenergie verloren. Das kostet Geld, verbraucht kostbare Brennstoffe und verursacht unnötigen CO2 Ausstoß. Wird zu wenig gelüftet, leidet die Luftqualität, man fühlt sich unwohl. Ferner steigt die Luftfeuchtigkeit und damit die Gefahr der Schimmelbildung.
 
Abhilfe schafft eine sogenannte kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung. Eine Lüftungsanlage sorgt permanent für ausreichenden Luftaustausch, so dass die Fenster geschlossen bleiben können. Zur Wärmerückgewinnung wird der Abluft die Wärme entzogen und der Frischluft wieder zugeführt, so dass die Wärme im wesentlichen im Raum bleibt. Je nachdem wie gut das System ist, können bis zu 90% der Wärme zurückgewonnen werden.
 
Hier in Köln hat es der Ingenieur Oleg Stolz geschafft, ein revolutionäres Lüftungsgerät zur Marktreife zu bringen, den Ökolüfter. Im Mai diesen Jahres haben wir zwei Ökolüfter einbauen lassen, Mitte September einen dritten. Die Lüfter laufen ständig, so dass dem Haus permanent Frischluft zugeführt wird. Die rotierende Wärmetauschertrommel wird durch den im Abstrom des Zuluftventilators natürlich vorhandenen Drall der Luftströmung angetrieben. (aerodynamischer Antrieb). Die Drehzahl der Wärmetauschertrommel passt sich automatisch an die Volumenströme an. Dadurch ist die Luftqualität enorm hoch. Wir wohnen jetzt quasi direkt "an der frischen Luft". Trotzdem kühlt das Haus aufgrund der Wärmerückgewinnung nicht aus und die Heizung wird nur benötigt, wenn es richtig kalt ist.
 
Das Prinzip des Ökolüfters ist so einfach wie genial. Der Lüfter ist zweigeteilt. In der oberen Hälfte wird die Luft mittels Ventilator aus dem Haus gesaugt, im unteren Teil wird Frischluft von draußen ins Haus geholt. Bevor die Abluft das Haus verlässt, strömt sie durch eine Wärmetauschertrommel und erwärmt diese dabei. Die Trommel dreht sich und gibt die aufgenommene Wärme an die einströmende Frischluft ab. So kommt die Frischluft mit annähernd Raumtemperatur ins Haus. Das geniale am Ökolüfter ist der unerreicht niedrige Stromverbrauch und der optimale Wirkungsgrad des Wärmetauschers. Kein anderes Lüftungsgerät am Markt kann mit den Werten des Ökolüfters mithalten.
 
Der Ökolüfter ist ideal zum Nachrüsten geeignet, da er direkt in die Fensterscheibe eingebaut wird. Es werden keine Lüftungskanäle oder Wanddurchbrüche benötigt. Natürlich kann er auch im Neubau eingesetzt werden. Je nach Dämmung des Hauses können so 50% und mehr der Heizkosten eingespart werden. Vor allem wenn eine Wohnung elektrisch beheizt wird, macht sich das deutlich bemerkbar.
 
Die ständige Belüftung eines Hauses oder einer Wohnung löst auch alle Feuchtigkeitsprobleme. Vor allem bei Wohnungen mit schlechter Wärmedämmung entsteht oft Schimmel an den Wänden, meist in den Ecken, weil diese am kältesten sind. Der Schimmel kann nur entstehen, wenn die Luftfeuchtigkeit hoch genug ist. Lüftet man die Wohnung ausreichend, gibt es auch kein Schimmelproblem. Oft ist im Winter auch Feuchtigkeitsniederschlag an den Fensterscheiben ein Hinweis auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit.
 
Im Winter gibt es auch das umgekehrte Problem der zu geringen Luftfeuchtigkeit. Oft werden dann Luftbefeuchter eingesetzt. Auch dieses Problem beseitigt der Ökolüfter, denn er kann auch Feuchtigkeit zurückgewinnen. So bleibt das Raumklima auch im Winter optimal, ohne dass Energie zur Luftbefeuchtung verbraucht wird.
 
Einen Wermutstropfen gibt es allerdings bei der innovativen Technik. Der Ökolüfter kostet einschließlich Einbau pro Fenster gut 1.800 Euro. Dennoch lohnt sich die Investition, da sich das Raumgefühl deutlich verbessert. Weitere Infos unter www.oekoluefter.de
Stromverbrauch erfolgreich reduziert!
Im letzten Heft habe ich ja von unseren Bemühungen berichtet, unseren Stromverbrauch so weit zu senken, dass wir ihn durch unsere Photovoltaikanlage vollständig decken können. Das Ziel haben wir in den ersten 12 Monaten fast erreicht: während der Ertrag der Photovoltaikanlage bei 2300kWh lag, haben wir 2419kWh verbraucht. Allerdings lag der Ertrag der Photovoltaikanlage höher als erwartet: während der Super-Sommer Atomkraftwerke in die Knie zwang, lieferte die Photovoltaik Spitzenwerte.
 
Als Ziel für die nächsten 12 Monate haben wir einen Verbrauch von höchstens 2200kWh angepeilt. Schon jetzt zeigt sich durch Hochrechnungen, dass wir dieses Ziel leicht erreichen können. Dies liegt zum einen daran, dass nun ein stromsparender PC zum Einsatz kommt, zum anderen daran, dass der Luftentfeuchter im Keller nicht mehr läuft, weil wir die Feuchtigkeit im Keller durch gezieltes Fensteröffnen abführen. Der geringe Stromverbrauch der drei Ökolüfter ist schon einkalkuliert!

Artikel aus big-online, Interessengemeinschaft Bickendorf e.v.
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